Die neue Werkstatt – 80s Duesenberg Heavy Metal

The new workshop - 80s Duesenberg Heavy Metal



In our workshops the wood was piled up on pallets cubic meters by cubic meter. A new gluing frame with hydraulic pressing cylinders made it easier to join the halves of the carcass together. Dresser, thicknessing planer and a stationary sanding belt levelled the wood surfaces. Wood chips and wood dust were collected by our large four-bag extraction system.

Winckelmann

Klaus Winckelmann

Holz

Bodies

Bodies

And Hinnerk (a friend of Thomas Stratmann) and a Swabian named Rüdiger Schäuble had started with us.

Hinnerk und Schäuble

Duesenberg – Heavy Metal

Düsenberg headstock

Als unsere ganze Maschinerie endlich lief wie am Schnürchen, wollte ich eine eigenständige Gitarrenmarke kreieren. Man hätte das unter „Rockinger“ machen können, aber das war längst ein fester Begriff für Parts, Bausätze und Custom-Work. Das passte irgendwie nicht für neue, exklusive Serien-Gitarren. Ein neuer Markenname musste her!

Eine Reihe von Freunden und Bekannten ließ ich wissen: „Bitte einen entsprechenden Namen ausdenken!“ Dem Gewinner winken 500 deutsche Mark!

Und wer kam mit „Duesenberg“ um die Ecke? Na, unser Adlerbass-Spezialist Fargo-Pedder. Jawoll, Duesenberg ist genommen! Hier bitte, deine fünfhundert Ocken! Und natürlich hatten wir schon eine gewisse Vorstellung vom Endprodukt: Korpus in etwa Strat, aber schlankere Hörner und super geshapt, mehr in die Metal-Richtung.

Düsenberg Starplayer

Und da das Stimmen am Korpus in jenen Jahren angesagt war, warum also nicht ein Tremolo, an dem man generell die Saiten stimmen, also nicht nur feinstimmen kann? Wobei an der Kopfplatte die Saiten genauso verankert werden, wie bei unseren Headless-Bässen. Dazu ein ausgefuchster Rollensattel – nicht diese Rölleckes auf kleinen Achsen, sondern kleine, mittig gerillte Walzen verschiedener Durchmesser, die sich frei in einer Querbohrung bewegen, wenn das Tremolo betätigt wird. Pickups: OBL-Blades von Bill Lawrence, die waren nämlich sehr beliebt in dieser Zeit. Zudem ein aktiver Midboost und ein OBL-Q-Filter zum Absenken der Mitten.

Düsenberg adjustment

Düsenberg details

Fehler als Kunst

Düsenberg Durchschliff

Bei irgendeinem Body hatte Sascha mal aus Versehen den Lack durchgeschliffen, sodass da eine untere Farbschicht zum Vorschein kam. Ich fand, das sah ganz heiß aus und brachte ihn dazu, da noch an anderen Stellen was durch zu schleifen, praktisch seinen „Fehler“ zur Perfektion zu treiben. Und so ist unsere sogenannte Dreadlock-Lackierung entstanden, sprich: den Body mit mehreren, verschiedenen Farbschichten lackieren und dann an bestimmten Stellen wieder durchschleifen. Das ist ja im Prinzip dasselbe, was man heute als „Aging“ bezeichnet. Nur dass unsere Intention hierbei nicht war, den Body alt und abgewetzt aussehen zu lassen. Es war mehr eine künstlerische, individuelle Gestaltung. Das haben wir dann sogar zum Patent angemeldet.

Metal-Head

Düsenberg Durchschliff

Die Kopfplatte: Sie musste einfach metalmäßig spitz sein. So kam dieses ziemlich extreme Design dabei heraus, mit einem kleinen Schnörkel auf Höhe des Sattels. Außerdem eine von vorne nicht sichtbare Einschlitzung, sodass man da eine Zigarette einklemmen konnte. Auf der Kopfplatte waren sechs „Klemm-Pitten“ angeordnet, wo man die Saiten durchsteckte. Die ließen sich dann durch Überwurfkappen samt Gewindeschrauben mit geschlitztem Kopf per Münze festziehen. Dazu hatten unsere Hälse ein Rundstab-Trussrod (wie die alten Fender- und Gibson-Hälse. Allerdings mit einer Stellmutter seitlich am Stöckel, wo der Hals mit dem Body verbunden ist. Das funktionierte wie eine Gitarren-Mechanik, also per Zahnrad und Schneckenwelle. Die U-förmigen Gehäuse hat uns Opa Osburg aus Stahlblech gestanzt und in Form gebogen.

Hip-Trem

Düsenberg Hüft-Tremolo

Und zuguterletzt noch das Hüft-Tremolo, eine Art Knauf, den man schnell auf der Korpusrückseite in den Tremoloblock stecken und damit – beide Hände frei – per Hüfte das Tremolo betätigen konnte.

The Schmitt

Zusätzlich zu unserer „Power-Strat“ mit Namen Starplayer kam dann das Modell „The Schmitt“, nach der Designidee eines Thomas Schmieder. Super extrem, futuristisch und natürlich nicht für jeden Geschmack, aber mir hat das sehr gefallen. Davon haben wir nur ganz, ganz wenige produziert.

The Schmitt

Dann gab es noch ein nur einmal gefertigtes Sondermodell für den Bassisten von Thomas Schmieders Band. Und alsbald sah man Billie Liesegang, den Gitarristen von Nina Hagen mit einer The Schmitt auf der Bühne.

Schmitt Bass Billie

Wieder in Frankfurt

Düsenberg Demo

Wieder mal Frankfurt, Musikmesse. Schwer was los bei uns. Thomas Schmieder präsentierte unsere Duesenbergs und die Leute drängten sich. Sogar diese geniale Band „Silly“ schaute vorbei und sie erzählten von ihren durchaus schwerwiegenden Problemen, Equipment bis hin zu Guitar-Parts in den Osten zu kriegen. Immerhin genossen die einen Sonderstatus in der DDR und erhielten somit eine Besuchserlaubnis für die Messe.

Silly

Staccato

Staccato

Es gab mindestens noch einen Stand, wo auch kräftig was los war, nämlich die Company des Chris Jagger, Bruder des Mick, mit ihren exotisch helebardischen Staccato-Bässen. Korpus aus Fiberglas, Hals aus Aluminium. Das hatte Gesicht und alsbald haben wir den Vertrieb dafür übernommen, der Chris kam eigens nach Hannover, um die Details zu besprechen. Doch Staccato war trotz Rolling-Stones-Background leider kein großer Erfolg – sehr teuer und zu exotisch für den gemeinen Bassisten. Bis heute bin ich mit Chris befreundet, der sogar mehrfach mit seiner kleinen Band für diverse Auftritte in Madrid war und bei mir gewohnt hat. Ein absolut wohl erzogener, gebildeter Mensch und dazu ein echt guter Musiker und Sänger.

Staccato Chris

Custom Guitars & Kits

Natürlich haben wir auch weiterhin jede Menge Custom-Instrumente und Bausätze produziert. Für die Bausätze hatten wir eine beispielhafte Verpackung: super harter einlagiger Karton mit Noppenschaum drin, vom Feinsten!

Ullas Bausatz

Und immer gute Presse …

Metal Hammer

Misserfolge

Spin

Wir boten ja auch allerlei Fremdprodukte zum Kauf an, wie z.B. Magnetics-Pickups und diverse Elektroniken anderer Firmen, wobei ich ja bis heute dem schönen Spruch von Bill Lawrence folge: „Batterien jehören inne Taschenlamp!“ Doch unglücklicherweise hatten wir auch das Produkt „SPINS“ ins Programm genommen, eine Halsbefestigungsplatte mit kugelgelagertem Gegenstück samt Dreh-Schleif-Kontakt, an dem der Gurt und das Kabel einklinkte. So konnte man die Gitarre oder den Bass vor dem Bauch kreiseln lassen. Ich glaube, es gab mal ein Video von ZZ Top in dem Film „Zurück in die Zukunft-3“ damit. Das hat aber leider nichts genützt. Wir haben da nur ganz, ganz wenige von verkauft und einige Jahre später eine Menge in die Tonne getreten. Misserfolg auf ganzer Linie! Und außerdem: höchste Verletzungsgefahr! Bei einem Konzert der hannöverschen Band Amazone hat der Gitarrist dieses Spins eingesetzt und sich mit der Kopfplatte samt Mechaniken Gesicht und Nase rasiert, auf dass sich das weiße Hosenbein seiner schwarzweißen Rocker-Jeans vom Blute rot färbte. (War allerdings ’ne astreine Showeinlage …)

Spin Strap

Zahnbehandlungen

Für filigrane Arbeiten hatten wir ein kleines, hochtouriges Aggregat, welches aus einem Zahnlabor stammte. Horsts Freundin war Zahntechnikerin und ein befreundeter Musiker hatte elementare Zahnprobleme. Da ist Horsts Freundin direkt konkret zur Sache gegangen …

Zahnprobleme

Norbert Requard

Norbert Requard

Und hier ist Norbert. Der Mann, der mir meinen allerersten Verstärker baute und jede Menge Preamps für uns produziert hat. Dessen fixe Idee war die folgende: „Ich kann es dir per Elektronik so machen, dass eine Stratocaster wie eine Les Paul klingt und eine Les Paul wie eine Stratocaster.“ Was für verrückte Ideen!

Das Multi-Trem-Fach

Ich glaube, es war Horst, der die Idee hatte, die mir eher ungeliebten 9-Volt-Batterien unter der Tremoloabdeckung unterzubringen. Bakterien-Wechsel leicht gemacht, ohne gar das ganze Pickguard abschrauben zu müssen. Und dazu praktisch unsichtbar. Und man bedenke, dass damals jede Menge aktive Pickups und Aktiv-Elektroniken unterwegs waren. Wir waren am Puls der Zeit.

Multi Trem Fach

Privatpfusch

Horst pflegte nach Feierabend „Privatpfusch“ zu machen, wie er es nannte, also spezielle Instrumente für Freunde und Bekannte zu bauen. Da ist dann für den noch blutjungen Jake Paland diese Firebird entstanden.

Horsts Firebird

und noch eine horstsche Kreation …

Horsts Rocket Bass

Telex

Dieters Telex

Damals gab es noch nicht mal das Fax. Wir hatten einen Fernschreiber für unsere wichtige, internationale Korrespondenz. Und man beachte den Drucker daneben: der hat eine Endlospapier-Rolle. Und die großen Floppie-Disks, welch Zeiten!

Kralle Krawinkel and the Grumm-Guitar

Kralle Krawinkels Grum Stick

You remember "Dadada"? The "Trio" group with their world success. Horst once built this model for guitarist Kralle. Because millionaires came and went, like this one and Marius Müller-Westernhagen (no photo from that time).

Kralle Krawinkel mit seiner Düsenberg

So that nobody can graphite any nonsense on the garden wall, I have immortalized myself there ... Jawoll!

Gitarren statt Raketen

 B.B. King

B.B. King und Rollinger

Oh how uplifting! So I was allowed to play the opening act of B.B. King with my band "Rollinger". This was repeated twice in the following years and the King signed all kinds of guitars I still own. You can listen to a few songs from our band here under "Dieters music".

B.B. King und Rollinger Plakat

1987 – Stones tongue …

And more of Horst's private botch-up - the Schleck guitar in the shape of the Rolling Stones tongue. Built by Horst and varnished by Sascha. It hangs in a Stones museum somewhere.

Horsts Rolling Stones Schleck-Gitarre

Nice fotos

Dieter und Horst mit der Tittcaster

Yes, Dieter and Horst. And Sascha had finally painted our "Titt"-Caster erotically shiny. And the Osburg knobs found their place

Nippel knob

More Duesenberg

With our Duesenbergs, things went quite well. Mr. Stratmann had a lot to do with assembling, and Sascha could hardly keep up with the painting. In addition, so many other guitars had accumulated that we finally built a wooden construction on Stratmann's initiative to hang as much as possible under the roof - saving space! And Winkelmann could hardly keep up with the gluing and levelling.

Düsenberg

Düsenberg

Düsenberg Gitarrenhimmel

Holz

1988 – Big party at Rockinger

Often we celebrated parties with plenty of Italian sparkling wine Rotari Brut Rosé. Here we see Thomas and his girlfriend at that time Susanne, as well as Olaf Giebe (fellow student of law in Göttingen plus exceptionally gifted guitarist) and today our patent attorney. Furthermore Ullus, the guitarist with the Electric Man construction kit, which was so beneficial to our pickup research.

Party bei Rockinger

Fury in the Slaughterhouse

Fury in the slaughterhouse christof und thorsten

This Hanoverian band celebrated unbelievable successes and Christoph Stein-Schneider and Thorsten Wingenfelder often dropped by. For Thorsten we built a really nice Coral-Pink Strat with Tru Tune Tremolo. And in our showroom we had a really impressive collection of guitars and basses.

Showroom Gitarren

Showroom Bässe

Here is a photo of our former staff ...

Gruppenfoto Belegschaft

As you can see, over the last few years we have expanded our product range with a large number of third-party products. We were no longer just the guitar smiths, repair specialists and custom starting point, but we had become an official mail order company for our and a variety of other products. A whole range of Hughes & Kettner products, including OBL, Seymour Duncan, EMG, Shadow, Hipshot, Bartolini, Schaller, Gotoh, ABM, spins, Pyra-Sound strings, Tombo Harps, CAE cables, Arion tuners, Dunlop Wahwahs etc., vintage amps, various tubes, Bell PA systems, various books and videos and even products from Floyd Rose and Warwick.

Fremdmarken

And watch out (red arrow) for the "grumpy" battery compartment - order number 12B01BP.

1990 Rudi Hintermeier

Rudi Hintermeier

My old friend Horst had painfully left because of psychological problems, and we found Rudi as a new workshop crack. Rudi - guitarist of course - had also learned mechanical engineering and was extremely creative in his work. He is still with us today (2020) as a freelancer and always finds a solution for technical problems.

One day my love of design led me to buy this Mercedes double-lamp coupe. A bit pretentious, but I had to have it. It was really a hot stool and the fuel didn't cost as much back then as it does now.

 Mercedes Doppellampen-Coupé

1990 - Break

In 1990 Rockinger broke apart. Too many problems with Züli and his wife, who had taken over the bookkeeping for us and after a short time felt called upon as "boss's wife" to degrade our esteemed Ines Knauer by running errands: "Go to the bank and pick up the bank statements ...". Such "abuse of power" is not possible. The hairs on the back of my neck stand up. And at a certain point I couldn't take it anymore. "We have to split up!" was the only logical consequence for me. Unfortunately, patience strings are not available in every desired thickness and - as with guitar strings - they break sooner or later depending on the load. My predetermined breaking point was reached.

But that was not so easy. A year of legal disputes followed. As a result (acute shortage of money, bills and reminders from the health insurance companies, and we were absolutely unable to pay them) I was forced to file for bankruptcy. And was therefore unbelievably fired as managing director (locks changed, no more access to my company, my lifeblood).

From a distance, I may have overreacted here and there, showing no (or too little) awareness of certain things. Too much I took perhaps too personally and was sometimes quickly irritated by customer calls. And so I founded göldo guitar parts, a wholesale for music stores and importers of guitar parts.

Fortunately ...
Due to a change in the majority shareholding in Rockinger GmbH, I was fortunately able to kick Züli and his wife out of this business.

Andreas Mertens (old and good customer by the way) then took over Rockinger. An excellent Hanoverian guitarist with business acumen and the necessary, far-sighted commitment to the guitar, with whom all private customers are certainly in good hands. I handed everything over to him, and we are still very good friends and almost always together at the NAMM show.